Der Untergang

Sieh dort, das Schiff im Sturm.
Es tobt und schwankt,
da eine ruhige Welle
der Sturm zieht von dannen.

Doch, o weh, das Schiff ist leck.
Tiefer und tiefer sinkt es in die Fluten.
Es droht zu brechen.
Vielleicht kann man sich auf eine Planke retten.

War es doch für die Ewigkeit.
Gebaut mit Engagement,
von beiden gewollt,
so ist jetzt kaum noch was übrig.

Die einzige Rettung,
die Planke.
Wo ist sie?
Such!

Im eiskalten Wasser,
sinnlos umher.
Nicht hin;
Nicht zurück.

Schön war das Bauen,
sich selbst dabei kennenlernen.
Und war das Schiff nicht prächtig?
Es war großartig!

Größer als alles das je,
gewesen war.
Und die Jungfernfahrt -
O wie wunderbar.

Ob Sonne schien,
ob Regen war,
so war es im Schiff
stets wie im Himmel.

Ein leichtes auf und ab,
manchmal stärker,
daß einem übel ward,
und doch war es schön!

Ward das Schiff zu alt,
war die Pflege nicht
ausreichend, fehlte neuer Lack,
um den Sturm zu überstehen?

Wie auch immer,
jetzt ist es zu spät,
rette sich wer kann,
damit er nicht untergeht.


© 2000 - Thies Rubarth